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Haltungsinformationen und Pflegeanleitung für Europäische Landschildkröten

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Haltungsinformationen für:

Europäische Landschildkröten

  • Größe: um 18 - 35 cm Panzerlänge
                je nach Art
  • Lebenserwartung: ca. 80 - 150 Jahre!

Grundsätzliches:

Wenn man sich ein Reptil der Gruppe der Landschildkröten als Haustier halten möchte, muß man bedenken, daß es zu den wechselwarmen Tieren gehört, das eine Stoffwechsel-Kerntemperatur von wenigstens 33 – 35 °C erreichen können muß. Erst bei dieser Temperatur sind im Körper alle lebenswichtigen Organfunktionen ausreichend möglich. Dazu sind diese Tiere auf die Wärmezufuhr von außen angewiesen (Sonne, Wärmestrahler), da sie keine eigenen inneren Mechanismen zur Erwärmung ihres Körpers haben. Schildkröten leben in Gebieten mit wenigstens 2500 – 3000 Sonnenstunden pro Jahr (z. B. München hat nur ca. 1700 Sonnenstunden/Jahr). Bei ihrer artgerechten Haltung in unseren Breiten ist bei Europäischen Landschildkröten deshalb neben einer entsprechenden Freilandhaltung im Sommer eine vorübergehende Haltung im Terrarium während extremer Schlechtwetterphasen und im Frühjahr und Herbst erforderlich.

Tiere aus Afrika und Asien sind insgesamt anders zu halten als Schildkröten Europäischer Herkunft und erfordern meist eine ganz andere Terrarien-Ausstattung, da sie bei uns meist nicht im Freiland gehalten werden können.

Zu den Europäischen Landschildkröten zählen:

  • Griechische Landschildkröte (Testudo hermanni)
  • Maurische Landschildkröte (Testudo graeca ibera)
  • Breitrandschildkröte (Testudo marginata)
  • bedingt auch Russische Vierzehen Landschildkröte oder Steppenschildkröte (Testudo horsfieldii)

Vorkommen:

Südeuropa: Spanien, Italien, Rumänien, Kroatien, Slowenien, Griechenland, Türkei.

Lebensweise:

Die tagaktiven Tiere ...

Unterbringung:

Als "Terrarium" können jegliche Behälter dienen, die gut zu reinigen sind und in Größe und Format der Größe der Schildkröte entsprechen: Plastikboxen, Glasbehälter (Aquarium), Holzkisten (z. B. mit Gartenteichfolie ausgelegt). Das Material muß Feuchtigkeit und Temperaturunterschiede vertragen können. Wichtig dabei ist, daß dieser Behälter oben offen ist, damit eine Ausstattung mit guten Beleuchtungslampen und Wärmestrahlern möglich ist, der Behälter innen nicht überhitzt und ein guter Luftaustausch möglich ist. Bitte verwenden Sie keine sog. "Terrarien" (Glaskasten mit Schiebetüren), die der Fachhandel im Allgemeinen anbietet. Diese Terrarien lassen keinen genügenden Luftaustausch zu, wie ihn Landschildkröten benötigen und die Innentemperatur steigt zu hoch an.

Mindestgröße für ein einjähriges Jungtier mit 5 – 6 cm Körperlänge ist: 80 x 40 cm Grundfläche, 40 cm Höhe. Ich mache immer wieder die Erfahrung, daß junge Schildkröten erst dann richtig lebhaft sind, wenn sie in einem Behälter gepflegt werden, der ihren Erkundungsdrang anregt. Zu kleine Terrarien dagegen bewirken einen Rückzug und die Kleinen halten sich überwiegend in ihrem Versteck auf.

Als Bodensubstrat eignen sich für europäische Landschildkröten nur Materialien, die nicht zu grob, leicht verdaulich, gut anzufeuchten und leicht zu beschaffen sind und nicht schimmeln. Vor allem Jungtiere halten sich aus Angst vor Überhitzung und Fressfeinden überwiegend in schattigen Verstecken auf. Diese Verstecke sind meist ein wenig feucht. Gerade kleine Schildkröten trocknen viel leichter aus, weshalb das Substrat immer ein wenig feucht gehalten werden sollte.

Am besten geeignet ist natürliche, frische Gartenerde. In frischer Erde sind neben einer Menge verschiedener Mineralien genügend Mikroorganismen, die die Darmflora einer Schildkröte fördern. Wichtig ist, daß die Gartenerde auf Humus-Basis ist. Stark sandige Erde trocknet zu schnell aus und lehmige Erde trocknet ebenfalls zu schnell aus, ist in getrocknetem Zustand bretthart und klebt in feuchtem Zustand. Alles ist nicht wünschenswert. Wenn man keine humose Gartenerde beschaffen kann, hat sich als gute Alternative Kokosfasersubstrat bewährt. Es nimmt Wasser jederzeit gut an, staubt sehr wenig und kann gefahrlos mitgefressen werden, ohne Verstopfung zu verursachen.

Nicht geeignet sind: Buchenholzspäne, Hamsterstreu, Katzenstreu, Hobelspäne, Kies, Sand, Rindenmulch (wenn, dann nur in Form von Rindenhumus), Blumenerde, Korkgranulat und alle synthetischen Materialien, wie z. B. Kunstrasenteppich.

Mindestens 2/3 des Terrariensubstrates muß gerade bei Jungtieren regelmäßig feucht gehalten werden. Der Bereich unter dem Wärmestrahler kann trockener bleiben.

Beachte: Russische Landschildkröten (Testudo horsfieldii) müssen immer auf einem trockenen Bodensubstrat gehalten werden, da sie sonst krank werden.

Als Versteckmöglichkeit bietet sich vor allem Korkrinde als Naturmaterial an. Sie ist leicht über jedes Zoofachgeschäft zu beschaffen und von ihrem Gewicht her leicht genug, damit sich die Schildkröten gefahrlos darunter verstecken können. Außerdem ist sie extrem feuchtigkeitsbeständig, gut zu reinigen und preiswert. Alle Materialien, die lichtdurchlässig sind und leicht schimmeln, sind nicht geeignet.
Da die Tiere gerne direkten Rückenkontakt zu ihrem Versteck haben wollen, sollten nicht zu hohe Unterschlupfmöglichkeiten angelegt werden.

Um den Tieren das Gefühl von guter Tarnung zu geben, kann man das Terrarium gerne mit ausgestochenen Grassoden (z. B. Rasenstücke von einer Wiese oder aus dem Wald) aus dem Freiland ausstatten. Diese muß man jedoch leider immer wieder einmal auswechseln, weil das Gras im Zimmerterrarium zu wenig Licht erhält und gelb wird.

Temperatur:

Als Wärmequelle eignen sich Strahler, die neben Wärme gleichzeitig auch genügend hochwertiges Licht abgeben. Schildkröten verbinden helles Licht immer mit Wärme. Eine 60 W-Glühbirne hat gerade mal 500 Lux, eine Leuchtstoffröhre 700 – 800 Lux, ein guter 125 W-HQL-Strahler hat 5000 Lux Lichtleistung. Schildkröten haben jedoch in ihrem Biotop Lichtmengen von bis zu 40.000 Lux zur Verfügung. Selbst bei wolkenverhangenem Himmel steht z. B. in Griechenland zehnmal mehr Licht zur Verfügung, als in einem hellen Zimmer bei uns an einem sonnigen Tag. Gute Lichtqualität ist maßgebend für ein gut funktionierendes Hormongefüge. Schildkröten, die auf Dauer zu dunkel und zu kühl gehalten werden, verkümmern und sterben über kurz oder lang. Unter dem Wärmestrahler sollte am Terrarienboden mindestens eine Temperatur von 35 - 40 °C herrschen. Um die Temperaturen immer im Auge zu behalten, verwendet man am besten gute Digital-Thermometer, die nebenbei auch noch die niedrigste und höchste Temperatur speichern können (= Min-Max-Thermometer).

Europäische Landschildkröten sollten auf keinen Fall eine Bodenheizung haben.

Beleuchtung:

Als Lichtquelle sind eigentlich nur hochwertige Strahler geeignet. Siehe oben unter Wärmestrahler. Dem Tageslicht an Lichtfarbe und –qualität am ähnlichsten sind HQI–Strahler, die leider recht teuer sind. Das Verhältnis Lichtausbeute / Stromverbrauch / Lichtqualität ist hier jedoch am besten. Als guter Ersatz dafür können auch HQL-Strahler verwendet werden. Die im Handel in letzter Zeit üblichen sog. "Reptilienleuchten" sind wegen ihrer schlechten Lichtqualität und geringen Lichtintensität für Schildkröten nicht geeignet. Das Terrarium sollte in jedem Fall in Fensternähe, aber nicht direkt hinter dem Fenster aufgestellt werden (vor allem nicht bei Südlage des Fensters).

Alle Beleuchtungs- und Wärmestrahler sollte man am besten mit einer Zeitschaltuhr automatisch regeln. Die Beleuchtungslänge beträgt im Sommer 14 Stunden, im Winter (außerhalb der Winterruhe-Zeit) nur 10 Std.. Die Übergangszeiten werden entsprechend angeglichen.

Besonders wichtig ist bei Reptilien die Versorgung mit UV-Strahlen. Erst sie bewirken die Umsetzung des Provitamin D3 und dadurch kann erst lebensnotwendiges Kalzium in die Knochen eingebaut werden. Bei UV-Mangel bekommen die Tiere Rachitis (Knochenerweichung) und wachsen unförmig und höckerig.

Im Sommer bekommen die Tiere im Freiland genügend UV. In den Übergangszeiten und im Winter muß ein guter UV-Strahler die Sonne ersetzen können. Dafür bietet die Industrie sog. "UV-Lampen" an. Leider läßt die Qualität in vielen Fällen sehr zu wünschen übrig. Alle UV-Leuchtstoffröhren verlieren schon nach 4 – 6 Wochen ihren UV-Anteil. Zum Teil stimmen die Angaben auf der Packung nicht einmal mit der tatsächlichen UV-Leistung überein (lt. Messungen der Uni-Tierklinik München). Der einzige UV-Strahler, der für Schildkröten wirklich geeignet ist, ist die Ultra Vitalux von der Fa. Osram. Diese Lampe wird in einem Abstand von einem Meter täglich nur minutenweise eingesetzt. Maximale Bestrahlungsdauer sind 20 Minuten. Dafür kann die Schildkröte auch aus dem Terrarium herausgenommen und z. B: in einem Karton unter die Lampe gesetzt werden.

Ernährung:

 

Pflege:

 

Allgemein:

Verschiedene Klettermöglichkeiten sind für Schildkröten besonders wichtig. Sie regen die Bewegungsfreude an, nutzen die Krallen ab und trainieren die Muskulatur. Dafür sind die verschiedensten Materialien geeignet: rauhe Steine, Wurzeln, Äste und Korkrinde. Wichtig ist dabei, daß die Kletterutensilien nicht unmittelbar neben dem Wärmestrahler liegen, damit die Schildkröte bei einem "Absturz" nicht auf dem Rücken liegend überhitzen kann.

Um den Tieren ihre Umgebung etwas zu "begrünen", können gerne verschiedene Zimmerpflanzen in Töpfen in das Terrarium eingebracht werden. Dabei ist darauf zu achten, daß keine giftigen Pflanzen verwendet werden, da man immer damit rechnen muß, daß die Tiere die Pflanzen anfressen.

Als Wasser-Trinkgefäße dienen alle möglichen Behälter, die von der Schildkröte erreicht werden können und gut zu reinigen sind: Blumentopfuntersetzer, Schraubdeckel, Herdabdeckplatten aus Edelstahl, usw.

Dies ist nur eine "grobe" Pflegeanleitung. Beachten Sie bitte detaillierte Hinweise in der Fachliteratur oder fragen Sie mich!

© Eva Knon, Eva's Tierparadies Passau, www.evastierparadies.de, www.t-hermanni.de

 
Die Homepage wurde zuletzt aktualisiert am 17.10.2016    © 2001 - 2017  Eva Knon
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